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Ratgeber-Blog

Neues, Tipps und Testberichte aus der innovativen Pflege

Die Maßnahmen 2026: Das ist für das erste Jahr im KiPf geplant

Die KiPf Maßnahmen 2026

Die Maßnahmen 2026 bilden die inhaltliche Grundlage für die Arbeit im Kompetenzcluster innovative Pflege (KiPf) – für das laufende Jahr und darüber hinaus bis März 2027. Was genau hinter den einzelnen Maßnahmen steckt und was für die Umsetzung geplant ist, möchten wir an dieser Stelle näher vorstellen.

Die 10 Maßnahmen im KiPf

Die geplanten Maßnahmen schaffen einen gemeinsamen Orientierungsrahmen und legen zudem fest, wie die vorhandenen Ressourcen im Kompetenzcluster innovative Pflege genutzt werden. Definiert wurden die Maßnahmen von den zehn Fachforen und ihren Teilnehmern. Nach intensiver Abstimmung bei der Fachforenkonferenz im Februar 2026 wurde der Maßnahmenkatalog inzwischen finalisiert und auch dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention vorgestellt. Nun können die Maßnahmenpläne durch die Fachforen und das KiPf-Team umgesetzt werden.

Fachforen im KiPf

Welche Fachforen es gibt und von wem diese geleitet werden, erfahren Sie auf unserer Fachforen-Seite.

Die 10 KiPf-Maßnahmen für 2026 auf einen Blick (Grafik: KiPf)

1) Informationskampagne

Das Potenzial von digitalen Technologien und Assistenzsystemen für die Pflege wird häufig nicht ausgeschöpft, weil ein ausgeprägter Informationsmangel besteht. Pflegenden fehlt oft die Orientierung, welche digitalen Lösungen für welches Setting geeignet sind und wie deren Nutzen im Pflegealltag realistisch einzuordnen ist.

Hier setzt die erste, zentrale Maßnahme an: die Informationskampagne. Diese soll die verschiedenen Akteure in der Pflege auf unterschiedlichen, für sie zugeschnittenen Kanälen erreichen und über die Möglichkeiten sowie die Hürden bei der Implementierung der Technologien in der Praxis aufklären. Geplant sind sowohl Online- als auch Offline-Formate.

Neben einer zentralen Informationsplattform (Maßnahme 2) sind Webinare, Symposien und Online-Trainings vorgesehen. Regionale Informationsveranstaltungen sollen in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken stattfinden. Zudem werden mit mobilen Pflege-Labs, Musterwohnungen sowie Musterpflegeeinrichtungen anschauliche Angebote vor Ort vorgestellt bzw. neu geschaffen, welche die digitalen Möglichkeiten in der Pflege erlebbar machen.

Um ein passgenaues Informationsangebot für Fachpersonal, pflegende Angehörige und Betroffene schaffen zu können, wird zunächst der Kenntnisstand und der Informationsbedarf der jeweiligen Zielgruppen erhoben. Bestehende Strukturen wie Pflegestützpunkte und die GesundheitsregionenPlus sollen als Multiplikatoren genutzt werden. 

2) Informationsplattform

Als zweite Maßnahme und Teil der Informationskampagne wird eine Informationsplattform eingerichtet, die kostenfrei und leicht zugänglich ist. Sie dient als niedrigschwellige, herstellerneutrale Anlaufstelle für pflegebedürftige Menschen, pflegende Angehörige, professionell Pflegende sowie Einrichtungen und kommunale Akteure und soll einen verständlichen Einstieg in die Themen der innovativen Pflege bieten.

Relevante Informationen, Projekte und Angebote der digitalen Pflege werden dort in Form von strukturiert aufbereiteten Praxisfällen (Maßnahme 8), Ratgeber-Artikeln und Videobeiträgen zur Verfügung gestellt. Eine Landkarte gibt zudem einen Überblick über bestehende Beratungs- und Informationsstellen (Maßnahme 3).

Darüber hinaus soll die Plattform einen Lernbereich (Maßnahme 5) mit didaktisch aufbereiteten Inhalten sowie eine Technologiedatenbank (Maßnahme 4) enthalten. Ein KI-Chatbot unterstützt an dieser Stelle bei der Suche nach geeigneten Technologien. Bereits etablierte Strukturen wie der „Pflegefinder" sollen ebenfalls integriert werden.

3) Landkarte

Mithilfe einer Landkarte soll eine Übersicht über laufende sowie abgeschlossene Pilotprojekte und Fördermaßnahmen im Bereich der innovativen Pflege geschaffen werden. Die Karte dient als strukturierte Visualisierung von Informationsstellen, an denen Pflegeinnovationen erlebbar sind. Dazu zählen unter anderem Pflege- und Skill-Labs, aber auch Musterwohnungen und Musterpflegeeinrichtungen (siehe Maßnahme 7).

Die interaktive Landkarte wird auf der Informationsplattform integriert. Über einen Filter können aus den gesammelten Angeboten die jeweils relevanten Informationsstellen gesucht werden. 

Informationsstellen für die innovative Pflege

Einen strukturierten Überblick über praxisnahe Lern- und Erlebnisorte in Bayern finden Sie auf der interaktiven Karte mit Informationsstellen

4) Technologiedatenbank

Ein weiteres Element der Informationskampagne ist der Aufbau einer herstellerneutralen Technologiedatenbank für die Auswahl geeigneter digitaler Anwendungen und Assistenzsysteme. Ziel ist es, die Informationsgrundlage zu Technologien in der Pflege zu verbessern und so mehr Orientierung und Vergleichbarkeit zu schaffen.

Die Datenbank soll zentral und öffentlich zugänglich Informationen zu innovativen Pflegetechnologien zur Verfügung stellen und somit Pflegende unterstützen, die passenden Lösungen und Technologien für ihr spezifisches Setting zu finden.

Für einen leichteren Umgang mit der Datenbank wird zudem ein KI-Chatbot integriert. Dieser soll die Inhalte praxisnah, bedarfsgerecht und in leicht verständlicher Sprache aufbereiten. Um dafür auf eine umfangreiche Datengrundlage zurückgreifen zu können, ist zusätzlich die Anbindung an geeignete Dritt-Datenbanken vorgesehen.

Technologiedatenbank

Suchen Sie mit Unterstützung eines KI-Chatbots nach passenden Assistenzsystemen und Pflegetechnologien in unserer Technologiedatenbank

5) Lernplattform

Die Einführung und Integration von Pflegetechnologien in den Versorgungsalltag ist häufig komplex und aufwendig. Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung ist deshalb ein gewisses Maß an Digitalkompetenz. Um diese zu stärken und dem fortlaufenden Bedarf an Informationen zu begegnen, soll eine Weiterbildungsplattform mit passgenauen Lernpfaden für alle Zielgruppen geschaffen werden. Für diese ist zum einen die Erstellung neuer Inhalte geplant. Zum anderen sollen aber auch bereits bestehende Lerninhalte in die Plattform integriert werden.

Eine weitere Säule der Weiterbildungsoffensive ist die Qualifizierung von Pflege-Technik-Expertinnen und Experten (PTE). Dabei handelt es sich um eine Fortbildung, bei der Pflegefachkräfte im Umgang mit digitalen Technologien und der Integration von Assistenzsystemen geschult werden. Die PTE sollen dann als Multiplikatoren in ihren Einrichtungen eingesetzt werden, die wiederum weitere Mitarbeitende schulen können. Das Schulungsprogramm und die Zertifizierung für diese Weiterbildung werden in den kommenden Jahren im Rahmen der Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) erarbeitet. Das KiPf wird mit der Lernplattform die für die Fortbildung notwendige digitale Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

6) Netzwerkveranstaltungen

Als Kompetenzcluster ist es eine der Kernaufgaben des KiPf ein Netzwerk aus Pflegepraxis, Pflegewirtschaft und Pflegewissenschaft aufzubauen. Zu diesem Zweck sollen in allen bayerischen Regierungsbezirken hybride Netzwerkveranstaltungen zur digitalen und innovativen Pflege stattfinden. Diese werden sowohl vor Ort als auch überregional in Form von Online-Events organisiert.

Auf diese Weise soll der interdisziplinäre Austausch mit der inhaltlichen Facharbeit verknüpft werden. Ziel ist es, Wissen zu Pflegetechnologien und digitaler Transformation auszutauschen und Kooperationsansätze für weitere Projekte und Umsetzungen anstoßen.

Innovative Pflege vernetzen

Wann und wo Sie das KiPf auf Veranstaltungen erleben und ins Gespräch kommen können, sehen Sie in unserem Veranstaltungskalender

7) Musterpflegeeinrichtungen

Mit sogenannten Musterpflegeeinrichtungen sollen bayernweit Orte benannt werden, an denen digitale Technologien praxisnah erlebt werden können. Es kann sich dabei sowohl um einzelne ambulante oder stationäre Einrichtungen als auch um ganze Quartiere handeln.

In den Einrichtungen wird gezeigt, wie technische Lösungen und digitale Anwendungen bereits im Realbetrieb eingesetzt werden. Im Rahmen von Besuchen, Roadshows oder Workshops können interessierte Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste und Angehörige in den Austausch mit den ausgewählten Musterpflegeeinrichtungen gehen. So wird eine praxisbezogene Möglichkeit geschaffen, Wissen und Erfahrungswerte zu teilen, wie digitale Lösungen die Versorgung verbessern und Pflegende entlasten können, aber auch welche Herausforderungen dabei auftreten.

Mithilfe solcher Musterstandorte soll das Verständnis für die Funktionalität der Technik gefördert und die Technikakzeptanz gesteigert werden. Für die Auswahl der Musterpflegeeinrichtungen wird ein Kriterienkatalog definiert. Berücksichtigt werden u.a. die Einbindung der Pflegebedürftigen, Mitarbeitenden und Angehörigen, der Evidenzbezug sowie der digitale Fokus der Einrichtung.

8) Fallstudien

Pflegebedarfe sind sehr individuell. Eine Frage, die sich bei Pflegeproblemen immer wieder stellt, ist: Welche Lösung passt zu welchem Setting?

Mit den Fallstudien wird ein einheitlicher Rahmen für die Aufarbeitung von konkreten Praxisfällen aus dem Pflegealltag geschaffen, sodass gemachte Erfahrungen auf andere vergleichbare Fälle übertragen werden können.

Unter einem „Fall" ist eine Situation aus der Pflege zu verstehen, die mithilfe von innovativen Technologien gelöst wurde. In den Fallstudien werden reale Beispiele strukturiert und praxisnah vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf den Prozessen und Tätigkeiten, welche rund um den Einsatz von Technologien ablaufen. Informationen zu datenschutzrechtlichen und juristischen Hürden sollen ebenfalls dargestellt werden.

Diese Maßnahme soll Betroffenen und Angehörigen ebenso wie Pflegefachpersonen und Einrichtungen vermitteln, welchen Nutzen Technologien in der Praxis schaffen können und was bei der Implementierung zu beachten ist. Dieses Wissen soll auch zu mehr Akzeptanz gegenüber Innovationen beitragen.

Die Erstellung der Fallstudien erfolgt eng verzahnt mit den anderen Maßnahmen, wie den Musterpflegeeinrichtungen und der Technologiedatenbank. 

Innovative Lösungen aus der Praxis

Spannende Anwendungsbeispiele von innovativen Technologien finden Sie in unseren Lösungen.

9) Ethische Begleitung

Begleitend zu den ersten acht Maßnahmen wird auch ein ethischer Handlungsleitfaden mit Leitplanken und Mindeststandards für den verantwortlichen Umgang mit innovativen Technologien in der Pflege erarbeitet. Er soll bei der Entscheidung helfen, welche Innovationen unter welchen Bedingungen für welche Personen verantwortbar sind. Dazu werden Kriterien festgelegt, anhand derer die Einführung technologiegestützter Innovationen ethisch bewerten werden kann.

Das Positionspapier stellt somit eine Handlungsempfehlung dar, wie der Einsatz innovativer Technologien (z.B. Robotik oder Künstliche Intelligenz) mit den ethischen Zielen der Pflege wie Würde, Selbstbestimmung, Wohlbefinden und Sicherheit vereinbar sind.

10) Gesundheitsökonomische Begleitung

Weil bei der Einführung von technischen Lösungen häufig zentrale Finanzierungsfragen ungeklärt sind, ist ebenfalls die Erstellung eines Positionspapiers zu den zentralen gesundheitsökonomischen Herausforderungen bei der Technikimplementierung in der Pflege vorgesehen.

Diese Handlungsempfehlung beleuchtet unter anderem, welche ökonomischen Aspekte bei der Implementierung neuer Pflegetechnologien berücksichtigt werden müssen, z.B. Kosten und Nutzen, Umsetzbarkeit und mögliche Verteilungseffekte. Darüber hinaus soll sie Möglichkeiten aufzeigen, wie Erfolge validiert und sichtbar gemacht werden können. 

Was wollen wir mit den Maßnahmen erreichen?

Ziel der Maßnahmen ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken und den Wissenstransfer in der Pflege zu fördern. Damit bauen sie auf den Zielsetzungen der HighCare Agenda auf – eine Initiative, die die Pflege in Bayern generationengerecht gestalten und mithilfe von Digitalisierung und innovativen Technologien die Herausforderungen des demografischen Wandels sowie des Fachkräftemangels in der Pflege bewältigen will.  

Das sagen unsere Fachforenleitungen

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