
Letzte Aktualisierung: 29.04.2026
Förderung von Aktivität und Teilhabe von SeniorInnen in der Tagespflege durch interaktive Technologien
Caritas Tagespflege Ursula Wiegand | Erlenbach (Main)
Welche Herausforderung bestand und wie sieht die Lösung aus?
Die Herausforderung
Die negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel und Isolation beeinträchtigen das Wohlbefinden pflegebedürftiger älterer Menschen.
Das Ziel
Die Verwendung von interaktiven Technologien sollen körperliche Bewegung und kognitive Fähigkeiten fördern.

Die Lösung
Ein humanoider Roboter motiviert die Gäste der Tagespflege durch interaktive Spiele oder Gymnastikübungen, sich mehr zu bewegen. Gleichzeitig führt der Roboter Gespräche mit den Gästen und unterhält sie multimedial.
Welche Problembereiche betrifft der Fall?
Soziale Teilhabe
Aktivität
Bewegung
Wie wurde die Lösung umgesetzt?

Motivation
Grundsätzlich dient der Roboter als ergänzende Unterstützung im Pflegealltag und ersetzt keine menschliche Interaktion. Er soll zusätzliche Motivation für die Gäste der Tagespflege schaffen und gleichzeitig die individuelle Betreuung durch die Pflegefachpersonen ermöglichen.

Einbindung in Alltag
Seit 2019 kann jeder Gast der Tagespflege den Roboter ansprechen und seine Angebote nutzen. Er schlägt gemeinsame spielerische Aktivitäten vor wie beispielsweise Gymnastikübungen. Für Gespräche antwortet der Roboter auf Fragen oder erzählt Geschichten. Zudem unterhält er durch musikalische Programme die Gäste.

Schulung
Das Team der Tagespflege wurde vor dem Betrieb umfassend geschult, wie der Roboter sicher und effektiv in den Pflegealltag einzusetzen ist. Eine dafür zugeteilte Mitarbeiterin fokussierte sich primär auf den Einsatz des Roboters und diente dem Team als Ansprechperson.

Finanzierung
Das Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention förderte rund 90 % der Gesamtkosten des Roboters.
Welche Technologie kam zum Einsatz und was sind die Effekte?

Humanoider Roboter Pepper
Plus
- Aufbau emotionaler Bindung zwischen Gästen der Tagespflege und Pepper
- Schaffung einer positiven Atmosphäre bei Personal und Gästen
- Auslösung von Faszination durch Peppers Fähigkeiten
- Spürbare Entlastung des Pflegepersonals bei der individuellen Betreuung der Gäste
Minus
- Die abgehakte Sprachqualität von Pepper erzeugte zu Beginn Hemmungen
- Strenge Datenschutzauflagen schränken Funktionen von Pepper ein wie bspw. Bildaufnahmen
- Große anfängliche Skepsis gegenüber der Interaktion mit Pepper
Was sagt die Einrichtung zur Lösung?

„Eine [Demenzpatientin] war Näherin gewesen. Dann hat der Roboter sozusagen etwas über Nähen erzählt, und dann hat sie gelächelt. Dann hab ich zu meiner Kollegin gemeint, [...] wir holen mal so eine alte Nähmaschine oder sonst irgendwas. Und dann hat [die Demenzpatientin] gesagt, das kenn ich. Da war die Nuss geknackt.“
Weitere Informationen zur Lösung finden Sie in der durchgeführten Fallstudie.