Zum Hauptinhalt springen
Eine Frau lagert einen liegenden Mann im Bett um. Der Mann hält sich beidhändig  an einem Bettgalgen fest.

Dekubitusprävention und Nachtruhe

Kurze Zusammenfassung

Der Fall beschreibt den Einsatz einer automatisierten, aktiv mobilisierenden Systemmatratze im Pflegepraxiszentrum Nürnberg/ NürnbergStift. Ein Dekubitus ist eine schlecht und langsam heilende Wunde infolge einer Minderdurchblutung der Haut und/ oder des Subkutangewebes durch fehlerhafte Lagerung und Kompression der Blutgefäße in den aufliegenden Gewebepartien. Besonders Bewohnerinnen und Bewohner mit kognitiven Einschränkungen wie Demenz, Schmerzpatienten, unruhige und herausfordernde sowie immobile Bewohnerinnen und Bewohner weisen Hautschädigungen (Dekubiti) oder rezidive Wunden insbesondere am Rücken und Gesäß auf.

Nächtliche, manuelle Umlagerung immobiler Bewohnerinnen und Bewohner in festen Intervallen führten zu regemäßigen Schlafunterbrechungen, Weckreaktionen, Unruhe und Verwirrtheit bei den Bewohnerinnen und Bewohnern und zur körperlichen Belastung des Pflegepersonals.

Ziel war die Reduktion der Dekubitusrisiken bei Minimierung der nächtlichen Weckreaktionen, Unruhe und Verwirrtheit sowie die Förderung von Durchschlafen, Entspannung und Eigenmobilität. Das Pflegepersonal wird körperlich entlastet und kann sich stärker auf individuelle Pflege und Betreuung konzentrieren.

Es ist zu beachten, dass der Einsatz der Systemmatratze bei Instabilitäten wie beispielsweise einer Beckenfraktur kontraindiziert ist.

Problembereich

Der Fall ist den Bereichen Pflege, Versorgungssicherheit und Arbeitsentlastung zuzuordnen.

Aufgrund eingeschränkter Eigenmobilität besteht bei pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern ein erhöhtes Risiko für Dekubitus sowie für Schlafstörungen, da notwendige manuelle Umlagerungen insbesondere während der Nacht zu wiederholten Schlafunterbrechungen führen und gleichzeitig eine kontinuierliche, individuelle Druckentlastung nicht jederzeit gewährleistet werden kann. Besonders betroffen sind Bewohnerinnen und Bewohner mit kognitiven Einschränkungen wie Demenz, Schmerzpatienten, unruhige und herausfordernde sowie immobile Bewohnerinnen und Bewohner.

In den Einrichtungen müssen Dekubitusrisiken bei immobilen Bewohnerinnen und Bewohnern analysiert und dokumentiert werden, insbesondere bei Neueinzug oder bei einer Veränderung der Eigenmobilität. Die nächtlichen Umlagerungen wirken sich nicht nur auf die Schlafqualität und Orientierung aus, sondern führen zusätzlich zu hohen körperlichen Belastungen des Pflegepersonals. Ebenfalls werden durch die regelmäßigen nächtlichen Umlagerungen Personalressourcen gebunden, die sich dadurch nicht auf individuelle pflegerische Betreuung konzentrieren können.

Ort der Umsetzung

NürnbergStift/ PPZ Nürnberg

Ausgangssituation

Aufgrund eingeschränkter Eigenmobilität besteht bei pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern ein erhöhtes Risiko für Dekubitus sowie für Schlafstörungen, da notwendige manuelle Umlagerungen insbesondere während der Nacht zu wiederholten Schlafunterbrechungen führen und gleichzeitig eine kontinuierliche, individuelle Druckentlastung nicht jederzeit gewährleistet werden kann.

Ziel

Ziel ist es, das Dekubitusrisiko der Bewohnerinnen und Bewohner zu reduzieren und gleichzeitig die Schlafqualität zu fördern. Dabei geht es hauptsächlich um die Umlagerungen in der Nacht. Die manuellen Umlagerungen der Bewohnerinnen und Bewohner durch das Pflegepersonal führen zu regelmäßigen Schlafunterbrechungen und gleichzeitig kann die kontinuierliche, individuelle Druckentlastung nicht jederzeit gewährleistet werden. Der Einsatz des Active Mobilisation System (AMS) von Compliant Concept unterstützt gezielt die Dekubitusprävention und verbessert gleichzeitig die Nachtruhe der Bewohnerinnen und Bewohner. Durch automatisierte, sanfte und kontinuierliche Bewegungsimpulse sorgt das System für einen regelmäßigen Druckwechsel und eine verbesserte Durchblutung gefährdeter Hautareale, ohne dass manuelle Umlagerungen in festen Intervallen erforderlich sind. Besonders nachts ermöglicht das AMS eine kontinuierliche Mobilisation, die Druckspitzen reduziert, ohne den Schlaf zu unterbrechen. Dadurch werden nächtliche Weckreaktionen, Unruhe und Verwirrtheit minimiert. Das Pflegepersonal wird körperlich entlastet und kann sich stärker auf individuelle Pflege und Betreuung konzentrieren. Sekundär führt eine verbesserte Schlafqualität zu einer Verbesserung der Kognition der Bewohnerinnen und Bewohner.

Bedarf

Der Einsatz der Systemmatratze ist erforderlich, um eine kontinuierliche Mobilisation immobiler Bewohnerinnen und Bewohner sicherzustellen, die Schlafqualität dieser zu verbessern und gleichzeitig das Pflegepersonal körperlich zu entlasten. Für den dauerhaften Betrieb ist eine anfängliche technische Begleitung und regelmäßige Wartung durch den Hersteller sowie die Reinigung durch das Pflege-/ Servicepersonal notwendig .

Flankierende Bedürfnisse

  • Interne Fallbesprechungen prüfen den Bedarf der Systemmatratze und welche Bewohnerinnen und Bewohner eine Systemmatratze benötigen
  • Schulung der Mitarbeitenden und Multiplikatoren
  • Bereitschaft des Pflegepersonals, Prozess in die Pflege zu integrieren
  • Erleichterte Implementierung durch leicht verständliches und intuitiv bedienbares System

Eingesetzte Technologie

Active Mobilisation System (AMS) von Compliant Concept AG

Herausforderungen im Betrieb

  • Der Pflegealltag darf sich in der ersten Woche nach Einführung der neuen Technologie nicht verändern.
  • In den ersten Tagen des Einsatzes bis hin zu einer Woche sind nächtliche Hautkontrollen durch das Pflegepersonal bei neu induzierten Bewohnerinnen und Bewohnern unerlässlich.
  • Bereitschaft des Pflegepersonals, die Hautkontrollen beim Einsatz des Systems gewissenhaft und professionell durchzuführen.
  • Die Systemmatratze darf keine Verschlechterung herbeiführen
  • Anfallende Anschaffungskosten
  • Wartung- und Reinigungsarbeiten nach dem Gebrauch
  • Zusätzliche Service- und Wartungskosten bei mehrfacher Nutzung
  • Kostenübernahmen durch Krankenkassen

Ressourcen

  • Technisches Personal (Hersteller, Multiplikatoren) für Einrichtung, Schulung und Wartung
  • Geschultes Pflegepersonal
  • Routinemäßige jährliche Aufarbeitung und Wartung des Systems durch den Hersteller
  • Reinigungs- und Aufarbeitungsarbeiten durch Pflege-/Servicepersonal
  • Finanzierung der Maßnahme: Für den Zeitraum der Erprobung wurden die Systeme durch den Hersteller zur Verfügung gestellt. Die Anschaffung von drei Systemen wurden durch Spenden realisiert.

Pflegefachlicher Bezug

Der Einsatz der Systemmatratze hat einen direkten pflegerischen Bezug. Durch den Einsatz der automatisierten, aktiv mobilisierenden Systemmatratze wird nicht nur das Dekubitusrisiko gesenkt, sondern gleichzeitig die Schlafqualität der Bewohnerinnen und Bewohner verbessert und das Pflegepersonal entlastet. Sekundär wirkt sich die verbesserte Schlafqualität positiv auf die Kognition der Bewohnerinnen und Bewohner aus. Es ist deutlich erkennbar, dass sie durch eine verbesserte Schlafqualität gerade in den ersten Morgenstunden wesentlich fitter waren.

Ergebnis

Der Einsatz des Active Mobilisation System (AMS) von Compliant Concept unterstützt gezielt die Dekubitusprävention und verbessert gleichzeitig die Nachtruhe immobiler Bewohnerinnen und Bewohner. Durch automatisierte, kontinuierliche und sanfte Bewegungsimpulse sorgt das System für einen regelmäßigen Druckwechsel und eine verbesserte Durchblutung gefährdeter Hautareale, ohne dass manuelle Umlagerungen in festen Intervallen erforderlich sind. Besonders nachts ermöglicht das AMS durch kontinuierliche Mikrobewegungen, die Druckspitzen zu reduziert, ohne den Schlaf zu unterbrechen. Dadurch werden nächtliche Weckreaktionen, Unruhe und Verwirrtheit minimiert. Das Pflegepersonal wird körperlich entlastet und kann sich stärker auf individuelle Pflege und Betreuung konzentrieren. Insgesamt trägt das AMS zur Reduktion von Dekubitusrisiken, zur Steigerung des Wohlbefindens der Bewohnerinnen und Bewohner sowie zur Effizienz und Qualität der pflegerischen Versorgung bei.